So imprestylisch – Interview mit Stil, Charme und Style

Business telefonieren im Homeoffice
Heute gibt es ein ganz besonderes Highlight im Blog:

 

Ein Interview mit Blogger- und Typberaterin-Kollegin, Susanne Niermann über Stil, Mode, dem Älterwerden und das Bloggen für Bestager.

Susanne bloggt sehr erfolgreich mit ihrem Blog women2style  und ist als Typberaterin bei Die Stilmacher in Münster und Umgebung unterwegs. 

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Susanne Niermann
Susanne, bitte stell Dich doch einmal kurz vor:

 

Ich danke Dir liebe Tina! Meinen Namen kennt Ihr ja schon, ich bin Susanne, stolze 55 Jahre alt und lebe mit meinem Partner in Münster in einer wunderschönen Altbauwohnung. Meine beiden Töchter sind bereits erwachsen und leben leider nicht um die Ecke, sondern in Köln und München. Gott sei Dank gibt es, dank der Technik, trotzdem einen regen Austausch in Bild und Ton. Das ist mir gerade besonders wichtig, sind doch im letzten Jahr und vor ein paar Wochen meine beiden Enkelkinder geboren worden. 

Du bist ja sowohl erfolgreiche Bloggerin und auch Typberaterin, daher möchte ich Dich natürlich gerne zu beiden Tätigkeiten befragen. 
Fangen wir zunächst mit Deinem Blog women2style an: Seit wann bloggst Du und wie bist Du zum Bloggen gekommen?

Ich blogge inzwischen im 5. Jahr – ich kann es selber kaum glauben, wie schnell die Zeit verflogen ist! Begonnen habe ich mit meinem Blog, um meinen Kundinnen aus der Typberatung eine Form der verlängerten Begleitung zu ermöglichen. Die Idee war und ist es auch in Teilen noch immer, Inhalte aus der Typberatung durch die Bilder „sichtbar“ und für die Kundin auch umsetzbar zu machen und in Erinnerung zu rufen. Sehr entgegen kommt mir meine Lust am Wort. Ich schreibe einfach gern, das macht mir großen Spaß.

Da hatten wir unabhängig voneinander die gleiche Motivation zum Bloggen und teilen die gleiche Leidenschaft, die Lust am Schreiben. 
Gab es bei Dir eine Idee, eine Vision zum Start? 
 

Zunächst war es wirklich nur eine Art „Verlängerung“ der Typberatung. Aber auch ein Stückchen die Verwirklichung eines Traums, bzw. einer Leidenschaft – dem Schreiben. Schnell ist daraus aber noch viel mehr geworden und auch ein zweites Standbein erwachsen.

Wie viel Zeit pro Woche wendest Du für Deinen Blog auf? 

Ich habe zu Beginn drei Posts in der Woche veröffentlicht – da stand die Freude am Schreiben absolut im Mittelpunkt. Naiv wie ich war, dachte ich auch, dass es beim Bloggen hauptsächlich darum geht. Sehr schnell ist mir dann die Realität vor die Füße gefallen: Das Schreiben ist nur ein Aspekt von vielen und leider nicht der, der die meiste Zeit braucht. Denn zum einen sind die SEO Grundlagen zu beachten – der Blog soll ja auch gefunden werden – und zum anderen stellt sich die Frage: Wie komme ich denn an Leser? Also muss man zwangsläufig auch eine Aktivität auf allen Socialmedia Kanälen aufbauen, die alle regelmäßig bedient werden wollen.

 

Nachdem mir das klar wurde, habe ich mich relativ schnell auf einen Post in der Woche eingependelt. 

Mindestens 30 Stunden in der Woche (Tendenz eher mehr) beschäftigt mich der Blog mit allem was dazu gehört.

Wie sieht es mit der Technik aus? Hattest oder hast Du technische Schwierigkeiten?

 

Learning by doing ist mein Prinzip. Keine Schwierigkeiten zu sehen, vor denen man Angst hat, sondern die Herausforderungen, die sich zwangsläufig in den Weg stellen, zu meistern. Das klappt eigentlich ganz gut. 

Programmiert habe ich meinen Blog aber nicht selbst, dafür habe ich meinen Technik Helden Henry. Er hilft mir hinsichtlich der Website aus jeder technischen Patsche. Alles andere, wie Filme drehen und schneiden, Musik unterlegen, Fotos machen und bearbeiten und was sonst noch so dazu gehört mache ich selbst.

Susanne Niermann
An welchem Punkt dachtest Du, „ich bin erfolgreich mit meinem Blog?“ Oder ist, bzw. war Erfolg kein Kriterium für Dich?

Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Natürlich möchte ich mit meinem Blog erfolgreich sein, sonst fehlt auf Dauer die Motivation, all die Herausforderungen auch anzugehen.

 

Aber was definiert Erfolg? Habe ich Erfolg, wenn der Blog sich monetär auszahlt? Oder habe ich Erfolg, wenn ich das Gefühl habe, einen für mich „runden“ Blogpost geschrieben zu haben? Bin ich erfolgreich, wenn ich mit meinen Lesern im Gespräch bin und tolle Zuschriften bekomme? Oder wenn ich auch von Firmen oder der Presse wahrgenommen werde? Es gibt viele Arten, Erfolg zu definieren. Ich denke, es braucht eine gute Balance aus allen Betrachtungswinkeln. Verdiene ich gar kein Geld mit meinem Blog, arbeite aber 30 Stunden die Woche daran, stimmt die Rechnung ja genauso wenig, als wenn ich ins Blaue hineinschreibe und gar keine Reaktionen auf meine Posts bekomme. In dem einen Fall könnte ich schlicht keine Miete zahlen, im anderen Fall würde die Motivation irgendwann auch dem Hartgesottensten abhanden kommen. 

 

Es gab auch keinen Punkt, an dem ich für mich gesagt hätte: Jetzt bin ich mit meinem Blog erfolgreich. Das ist sehr volatil und situationsabhängig. Manchmal läuft es gut, dann habe ich einen Auftrag und die Reaktionen darauf sind toll, dann denke ich: Wow, der Erfolg ist da. Aber manchmal habe ich wochenlang keinen Auftrag und/oder bekomme kaum Reaktionen, dann sieht es eher duster aus mit der Erfolgswahrnehmung.

Welche Pläne hast Du für die Zukunft?

 

In erster Linie flexibel bleiben und meinen Optimismus pflegen, alles andere wird sich ergeben. Ganz aktuell möchte ich meinen Youtube-Kanal und mein Baby, mein Lavylites Netzwerk, weiter ausbauen.

Du bloggst ja auch für die Generation ü40, ü50. 
Was ist Dein Lieblingsgedanke zum Thema Älterwerden? 

 

Alter ist erst einmal nur eine Zahl. Ich finde, es kommt eher auf die innere Haltung an. Offen und neugierig bleiben und sich nicht in eine Altersschublade stecken lassen. In Balance bleiben, sich annehmen und nicht auf die vermeintlichen „Problemzönchen“ fokussieren, das finde ich wichtig.

Woher nimmst Du Deine Ideen? 

Sehr oft sind es Dinge, die mir in meinen Beratungen aufgefallen sind, oder klassische Themen aus der Typberatung. Manchmal habe ich einen Auftrag und überlege, welches Thema dazu passt. Ein anderes Mal stolpere ich auch einfach über ein leckeres Rezept oder ich reise irgendwo hin und finde, dass es einen Reisetipp wert ist. Eigentlich sind es immer Dinge, die ich schön finde, oder die mich umgeben. Dabei sehe ich meine Aufgabe eher darin, Erfreuliches und Schönes zu verbreiten.

Du bist ja ebenfalls leidenschaftliche Typ- und Stilberaterin. Wir sind beide im Typberater-Netzwerk CorporateColor. 
Wie bist Du seinerzeit darauf gekommen, diesen Beruf auszuüben?

Ich hatte in 2010 meinen ganz persönlichen Lockdown und stand vor der Frage, was ich tun möchte und wie es weiter gehen soll. Da habe ich recherchiert und bin bei CorporateColor, unserem Kompetenznetzwerk, hängen geblieben. Dazu muss man wissen, dass ich aus dem textilen Bereich komme und früher im Zentraleinkauf eines großen Filialisten gearbeitet habe. Mode, aber vor allen Dingen die Wirkung, die wir mit unserem Auftreten erzielen, haben mich schon immer wahnsinnig interessiert. Es war dann eigentlich nur ein kleiner Schritt, die Gelegenheit, sich in der Richtung auszubilden, beim Schopfe zu packen.

Susanne Niermann
Was bedeutet Schönheit für Dich, wie definierst Du das?

 

Vielleicht ergibt sich das schon ein wenig aus den vorherigen Fragen. „Wahre Schönheit kommt von innen“ und hat weder mit glatter Haut noch mit Größe 36 zu tun. Wer (mehr oder weniger natürlich ) mit sich im Reinen, in Balance ist, strahlt das nach Außen und das ist schön! 

Auf Deiner Homepage “Die Stiilmacher” steht ein Zitat von Tom Ford:
„Stil – das bedeutet den Mut zum eigenen Charakter zu haben und sich zur eigenen Persönlichkeit zu bekennen.“
Wie definierst Du guten Stil?

Oh, genau so wie es das Zitat meint, deshalb begleitet es mich schon seit Beginn meiner Tätigkeit als Typ- und Imageberaterin.

Guter Stil hat immer etwas mit der eigenen Persönlichkeit zu tun. Spiegelt diese sich, unter Einbezug der persönlichen Proportionen und Anforderungen wider, habe ich alles richtig gemacht. Die Persönlichkeit wird nach außen sichtbar und alles zusammen ergibt einen „Sinn“, man kann einen roten Faden erkennen. Mode spielt dabei erst einmal eine eher untergeordnete Rolle.

Was war Dein für Dich wertvollster und schönster Moment bei oder nach einer Beratung?

 

Der Anruf einer Kundin, die mir erzählt hat, dass sich nach der Beratung alles angefangen hat in Bewegung zu setzen. Sie hat den ersten Schritt zur Veränderung durch Klarheit über „ihren“ Stil gemacht, das hat viele Komplimente nach sich gezogen und das wiederum hat sich auf das Selbstbewusstsein ausgewirkt. Es hat sie sicherer gemacht. Sie ist umgezogen, hat endlich eine eigene Praxis eröffnet und sich verliebt! Das ist meine Lieblingsgeschichte, weil es zeigt, wie sehr alles zusammenhängt. Dreht man erfolgreich an einem Rädchen, greifen auch die anderen Rädchen ineinander.

Kommen wir zu Fragen, die Dich persönlich betreffen, unabhängig ob als Bloggerin oder Typberaterin:
Welche war die beste Entscheidung Deiner beruflichen Laufbahn? 

 

Ich glaube, da gibt es nicht DIE Entscheidung, es ist eher die Grundentscheidung für einen Beruf, den ich wirklich gerne mache. Das ist der Motor, der mich auch in schwierigen Zeiten weitermachen lässt.

Für welche drei Dinge bist Du dankbar? 

 

Neben dem Glück meiner Familie und der Gesundheit bin ich sehr dankbar dafür, dass es immer wieder Menschen gibt, die an mich glauben und mich pushen oder mitnehmen.

Für meinen Mut zur Veränderung und für die Chancen, die sich mir bieten, an neuen Erfahrungen wachsen zu dürfen. 

Was wird Dein nächstes Projekt? 

 

Mein nächstes Projekt gehört zum Thema Schönheit und Balance. Es ergänzt ganz wunderbar die Typberatung und bereichert den Blog. Geht es doch darum die innere Balance und Klarheit zu unterstützen. Hier baue ich gerade im Zusammenspiel mit Lavylites ein Netzwerk auf und freue mich sehr über diese neue Herausforderung, gerade weil sie meine anderen beiden Bereiche so wunderbar ergänzt. 

Welche berühmte Persönlichkeit wärst Du gerne und warum? 

 

Mit der Frage habe ich irgendwie immer Schwierigkeiten. Ein paar spezielle Eigenschaften hätte ich natürlich liebend gern und würde im Gegenzug auch gern einzelne abgeben , aber wirklich tauschen würde ich nicht wollen. 

Mir fällt an der Stelle immer Pipi Langstrumpf ein, weil ich ihren Mut und ihre Unerschrockenheit liebe. Weil es ihr egal ist, was andere von ihr denken und weil sie macht, was ihr gefällt. Geht nicht, gibt’s nicht – und das immer fröhlich und optimistisch. 

Möchtest Du den Leserinnen und Lesern noch ein paar persönliche Worte mitteilen? 

 

Zeigt Euch in Eurer ganzen Persönlichkeit und schaut nicht auf das, was Euch an Euch nicht gefällt. Fangt nicht an über „Kaschieren von ungeliebten Stellen“ zu sprechen (auch nicht zu denken). Schaut auf Eure schönen Seiten und stellt sie in den Fokus. Lenkt Ihr gezielt da den Spot hin, liegen alle anderen Stellen eh nicht im ersten Auge des Betrachters. Eure Haltung zu Euch selbst wird sich dadurch verändern.

Euch dabei zu helfen und Euch zu zeigen, wie das geht, Euren besten Auftritt in jeder Situation hinzulegen, das genau ist unsere Aufgabe als Typ- und Imageberaterinnen.

Vielen Dank, liebe Susanne! Ich finde es super, dass ich das Interview machen dufte ☺️

(Anmerkung: Natürlich haben wir telefoniert und uns elektronisch ausgetauscht, wir waren beide im Homeoffice)

Vielen Dank an Dich, Tina! Es hat mich sehr gefreut und mir viel Spaß gemacht, Deine Fragen zu beantworten.

Portrait im Wald

In diesem Sinne: Bleibt gesund!

Weil uns die ü40 und ü50 Generation besonders wichtig ist und wir es lieben, zu bloggen (und natürlich auch zu beraten), sollen die Blogartikel gerade in „C“-Zeiten (ich mag das Wort schon gar nicht mehr schreiben) ein wenig Normalität und Freude bringen. Leisten wir nicht der ü40 und ü50 Generation einen Bärendienst, weil wir ihnen die vielfältigen Möglichkeiten, die sich ergeben, aufzeigen? Es finden Austausch und Inspiration statt. Daher mögen die Kritiker bitte schweigen, wenn sie meinen, dass so etwas Banales wie Mode oder Stil in de jetzigen Zeit keinen Platz hätte.

Genau das ist es, was mich, bzw.  uns bewegt und antreibt. 

 

MODE- & STYLE-BLOG

|     Tina Sarau     |